gesetzliche-krankenkassen-online

Probleme der gesetzlichen Krankenkassen

Das Gesundheitssystem in Deutschland basiert auf der gesetzlichen Krankenversicherung, die grundsätzlich allen Bürgern einen Schutz im Krankheitsfalle geben soll. Verantwortlich dafür sind zum größten Teil die gesetzlichen Krankenkassen. Sie übernehmen alle anfallenden Kosten, die im Rahmen einer Behandlung des Patienten anfallen können. Aufgrund verschiedener Ursachen haben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland jedoch schon seit längerer Zeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Diese sollen im Folgenden etwas näher erklärt und beleuchtet werden. Ein übergreifendes "Problem" das nicht nur in Deutschland besteht, ist die sich verändernde Altersstruktur. Gab es früher deutlich mehr jüngere als ältere Menschen, so hat sich dieses Verhältnis in der letzten Zeit nahezu umgedreht. Da die Krankenkassen sich durch das so genannte Umverteilungsprinzip finanzieren, kommt es immer öfter zu der Situation, dass die Beitragszahlungen der "gesunden" Mitglieder nicht ausreichen, um die Behandlungskosten für die "kranken" Mitglieder zahlen zu können. Seit der Einführung der Praxisgebühr von 10 Euro um Quartal hat sich die finanzielle Situation bei den gesetzlichen Krankenkassen zwar etwas beruhigt, aber dennoch besteht das Problem an sich natürlich weiterhin. Durch die Tatsache, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen stets ansteigt, muss die Krankenkasse natürlich nicht nur an immer mehr Personen Leistungen erbringen, sondern auch in größerem Ausmaße, denn ältere Menschen werden nun einmal öfter und schwerer krank als jüngere Versicherte.

Praxisgebühr und Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze als Lösungsvorschlag

Um diese Probleme der gesetzlichen Krankenkassen zu bewältigen, gibt es inzwischen mehrere Lösungsvorschläge. Einer davon wurde in Form der Praxisgebühr bereits durchgeführt. Die Krankenkassen erhalten dadurch zusätzliche finanzielle Mittel, um ihren Aufgaben auch weiterhin in ausreichendem Maße nachkommen zu können. Im Jahre 2006 betrugen die Einnahmen der Krankenkassen durch die Praxisgebühr immerhin rund 1,5 Milliarden Euro. Ein weiterer Lösungsvorschlag ist es, die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung anzuheben und dadurch höhere Einnahmen zu erhalten. Momentan liegt diese Bemessungsgrenze bei einem Bruttoeinkommen von 3.600 Euro im Monat. Das bedeutet, wer beispielsweise ein Bruttoeinkommen von 3.800 Euro hat, zahlt den Beitrag zur Krankenversicherung dennoch "nur" von den 3.600 Euro. Bei einem Beitragssatz von ca. 14 Prozent würde der gesetzlichen Krankenkasse also in diesem Falle jeden Monat eine Einnahme von ca. 28 Euro "verloren gehen". Würde man die Beitragsbemessungsgrundlage zum Beispiel auf 4.600 Euro erhöhen, so würde dieses Mehreinnahmen von geschätzten zwei bis drei Milliarden Euro im Jahr bedeuten, also beinahe doppelt so viel, wie man durchschnittlich pro Jahr durch die Praxisgebühr erhält. Ein Problem welches sich aus dieser Erhöhung ergeben würde besteht allerdings in der Versicherungspflichtgrenze. Diese besagt, dass man ab einem Bruttogehalt von derzeit 4.012,50 Euro monatlich aus der gesetzlichen Krankenversicherung austreten kann und die Möglichkeit hat, in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

Die Abschaffung der Systemteilung als Lösungsvorschlag

In diesem Zusammenhang wird auch ein anderer Lösungsvorschlag zur Beseitigung der Probleme der gesetzlichen Krankenkassen genannt, nämlich die Abschaffung der Systemteilung. Zukünftig soll es keine privaten Krankenkassen in der jetzigen Form mehr geben, sondern nur noch gesetzlichen Krankenkassen. Der Versicherte hätte demnach kein Wahlrecht mehr, sich in der einen oder der anderen Krankenkasse zu versichern. Der Vorteil wäre, dass nun auch alle die Bürger, die sich bisher private versichern konnten, Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen müssten. Da es sich zumeist um Besserverdiener handelt, würde das auch einen sehr positiven Einfluss auch die Höhe der Gesamteinnahmen haben. Während dieses Modell allerdings von vielen Experten als zu drastisch kritisiert wird, sprechen die Befürworter davon, dass gerade dieser Lösungsvorschlag dem Prinzip der Solidarität entspricht, denn dann würden wirklich die "Reichen" auch die "Armen" unterstützen, während die besserverdienenden Bürger heute noch in die private Krankenversicherung ausweichen können und deren Beiträge den gesetzlichen Krankenkassen damit nicht zur Verfügung stehen. Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die gesetzlichen Krankenkassen zwar auf der einen Seite vor einigen Problemen stehen, es auf der anderen Seite aber auch Lösungsvorschläge gibt, durch die man diese Schwierigkeiten auf Dauer beheben kann.